Über uns

„Ich byn der eyssen beysser knecht, der weyt vnd breyt groß lob erfecht. Landt vnd leut hab ich bezwungen; doch thun ichs fast nur mit der zungen.“ (Der Schelmen Zunft 1512, Thomas Murner)

 

Die Interessensgemeinschaft „Eisenbeißer und Schwartenhals“ wurde 2008 gegründet. Zurzeit haben wir ca. 10 aktive Mitglieder zwischen 2 und 40 Jahren. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, verschiedene Aspekte der Lebensumstände in der Frührenaissance möglichst genau nachzustellen und für die Besucher unserer Veranstaltungen erlebbar zu machen. Hierbei konzentrieren wir uns bei der Darstellung auf das zivile und militärische Leben der Landsknechte im süddeutschen Raum.

Viele Menschen interessieren sich heute für Geschichte. Dabei stellen sich Interessierte die Frage, wo unsere kulturgeschichtlichen Wurzeln in früherer Zeit zu finden sind und unter welchen Bedingungen unsere Vorfahren lebten. Längst wird Geschichte nicht nur in Museen und Büchern präsentiert, sondern vielerorts durch Gruppen wie der unseren zum Leben erweckt. Für uns stellt die Anfertigung und der Umgang mit originalgetreuen Gegenständen eine Ergänzung zu der Betrachtung historischer Fundstücke in Museumvitrinen dar, wodurch wir unser Wissen über Gegenstände, Sachkultur und Lebenssituation der damaligen Zeit erweitern können.

Da wir unser Hobby nicht nur privat ausüben wollen, sondern auch ein Interesse daran haben, unser Wissen weiterzugeben und unsere Arbeit zu präsentieren, nehmen wir an Veranstaltungen teil, bei denen wir verschiedene Alltagssituationen (Kochen, Textilarbeiten) sowie Handwerk und Militärdienst (Lagerleben) nachstellen.

 



Who we are: 

 

„Ich byn der eyssen beysser knecht, der weyt vnd breyt groß lob erfecht. Landt vnd leut hab ich bezwungen; doch thun ichs fast nur mit der zungen.“ (Der Schelmen Zunft 1512, Thomas Murner)

 

“I am the servant that chews iron, who has fought far and wide with great praise. Country and people I have beaten: yet mostly I did that with my tongue.” (Der Schelmen Zunft 1512, Thomas Murner)

 

Many people are interested in history nowadays. Central questions posed are where our cultural roots lie and how our ancestors lived. History is also no longer presented solely in museums and books, but literally brought to live in many places by groups of inspired individuals. The group “Eisenbeißer und Schwartenhals” was founded in 2008. Currently there are 10 active members between 2 and 40 years of age. Our aim is to reconstruct different aspects of daily life in the early Renaissance as accurately as possible and to allow visitors of our events to experience those aspects. We concentrate our efforts on the civil and military life of the Landsknechte, the early modern german mercenary, in Southern Germany around 1525.

For us, the construction and use of historical equipment supplements the work with historical artifacts that we find in the showcases of the museums. This allows us to further our knowledge about equipment, material culture and daily life of times long gone. As we do not want to simply enjoy our hobby in private but share our knowledge and present our work to the interested public, we attend events where we demonstrate aspects of daily life (cooking, textile work) and military life (encampment, weapondrill).



Wie kam es zum Namen "Eisenbeißer und Schwartenhals"?

Die Begriffe Eisenbeißer und Schwartenhals sind spöttische Beschreibungen deutscher Landsknechte, die der zeitgenössischen Literatur entlehnt sind. Der elsässische Theologe und Dichter Thomas Murner verfasste zahlreiche Streitschriften gegen die Anhänger Luthers und die Reformation. Beispielsweise setzte sich Murner in der „Der schelmen zunfft“ von 1512 mit den Missständen seiner Zeit auseinander. In diesem Werk führt er unter anderem den Landsknecht als einen Vertreter dieser Schelmenzunft ein und stellt in als ruhmrednerischen Aufschneider an den Pranger:  Ich byn der eyssen beysser knecht, der weyt vnd breyt groß lob erfecht. Landt vnd leut hab ich bezwungen; doch thun ichs fast nur mit der zungen.“

Der Schwartenhals taucht als Umschreibung gartender Landsknechte seinerzeit auf. Nachzulesen ist das schwere Los des armen Schwartenhalses in Georg Forsters fünfbändiger Liedsammlung Frische teutsche Liedlein:

 

{…} Ich bin ein armer Schwartenhals,
Ich eß und trinke geren.

Man fürt mich in die Stuben ein,
Da bot man mir zu trinken;
Mein Äuglein ließ ich umbher gan,
Den becher ließ ich sinken.

Man satzt mich oben an den tisch,
Als ob ich ein kaufmann were,
Und da es an ein zalen gieng,
Mein seckel, der war lere.

Und da man nun sot schlafen gan,
Man wies mich wol in die scheure;
Na stund ich armer Schwartenhals,
Mein lachen ward mir teure.

Und da ich in die scheure kam,
Da fieng ich an zu nisten;
Da stachen mich die hagedorn,
Darzu die rauhen distel.

Da ich des morgens frü aufstund,
Der reif lag auf dem dache,
Da must ich armer Schwartenhals
Meins unglücks selber lachen.

Ich nahm mein schwert wol in die hand,
Ich gürt’s wol an die seiten,
Da ich kein Geld im seckel hat,
Zu fußen must ich reiten.

Ich macht mich auf, ich gieng davon,
Ich macht mich wol auf die straßen;
Da begegnet mir ein kaufmann gut,
Sein tasch must er mir laßen.